Nymphenburg

Der Nymphenburger Schlosspark

Freiheit und Inszenierung im Nymphenburger Schlosspark

Ein herrliches Kleinod, ein klassisches, wunderschönes Gartenkunstwerk, das zum Verweilen einlädt. Aber wir haben es hier mit einem Denkmal zu tun.

Der Schlosspark Nymphenburg steht seit über 50 Jahren unter Landschaftsschutz – deshalb gelten für eine Grünanlage doch eher ungewöhnliche Regeln. Der Schlosspark soll als gartenhistorisches Kleinod und Rückzugsort von Tieren und Pflanzen geschont werden. Das heißt im Klartext: Jogger können hier herrliche Runden drehen, ganze Walking-Gruppen sind unterwegs, Eltern, Großeltern und Nannies mit Kindern vergnügen sich im herrlichen Grün – aber das alles darf bitte nur auf vorgeschriebenen Wegen stattfinden.

Ein königlicher Garten – für alle

Majestätischer kann das Entrée eines Parks kaum sein: Egal wo man in Nymphenburg, Gern oder Neuhausen Zuhause ist, in den meisten Fällen wird man entlang des Nymphenburger Kanals in Richtung Schloss schreiten oder man betritt den Park durch einen der zahlreichen Mauerdurchgänge, sogenannten „Ahas“. In jedem Fall erwartet einen die herrliche Pracht aus vergangenen Jahrhunderten. Kurfürst Ferdinand Maria gab 1664 Nymphenburg als Geschenk an seine Frau in Auftrag. Unter der Federführung des langersehnten Erben Max Emanuel wurden Schloss und Garten ab 1715 zur barocken Sommerresidenz ausgebaut. Der Adel hatte schon damals eine soziale Ader: Seit 1792 ist der Park für die Allgemeinheit geöffnet.

Joggend durchs Gesamtkunstwerk

Schon am Morgen kann man loslegen: Der Park ist ab 6 Uhr morgens geöffnet, in den Sommermonaten bis 21.30 Uhr abends. Arbeitnehmerfreundlich. In Sckells gärtnerischem Gesamtkunstwerk erstreckt sich eine der schönsten Jogging-Runden, die man sich vorstellen kann. Herrliche Ausblicke auf barocke Bauten wie die Amalien- und Pagodenburg oder den klassizistischen Monopterus direkt am Badenburger See lassen Seitenstechen oder schwere Beine schnell vergessen. Entlang der Schlossmauern bieten sich rund sechs Kilometer als Trainingsrunde an – auf Knie und Gelenke schonenden Schotterund Waldwegen.

Spaziergänger & Schoßhunde

Das rund 180 Hektar große Idyll mit seinem bunten Gemisch an Laub-, Nadelwäldern und Wiesen ist natürlich auch eine hervorragende Auslaufrunde für Hunde und deren Besitzer – mit einem kleinen Wermutstropfen: Es herrscht strikter Leinenzwang. Lässt man seinen Vierbeiner kurz los, gellt es schnell lautstark von freundlichen Passanten: „Hunde an die Leine!“.

Im Frühjahr ist Brutzeit. Graugänse, Schwäne, auch der vom Aussterben bedrohte Gänsesäger, etwas größer als eine Stockente – haben hier ein Zuhause gefunden. Rehe, Marder, Hasen und viele andere Tiere fühlen
sich auf dem Gelände wohl. Reißt ein Hunde eines dieser Exemplare, kann das also ziemlich teuer werden. Immerhin dürfen Zamperl mit ins Hauptschloss, ins Marstallmuseum oder in eines der herrlichen Lustschlösschen – allerdings nur, wenn sie vom Besitzer getragen werden können. Eine wahrhaft königliche Behandlung. Auch Fahrradfahren ist im Landschaftsidyll verboten – Walker fahren zum Teil mit dem Radl vor, schließen es am Eingang ab und marschieren zu Fuß weiter. Alles zum Schutze der Natur.

Wasserspiele

Der Garten wird durchzogen von vielen Kanälen, künstlich nach dem Vorbild Versailles angelegt. Besonders beeindruckend ist die Klangkulisse der Großen Kaskade im hinteren Teil des Parks, unermüdlich ergießt sich Wasser über die vielen Becken. Im sogenannten Dörfchen ist ein barockes Pumpenhaus zu bewundern, das die Badenburg und die Fontäne in ihrer Umgebung versorgt. Zahlreiche andere Wasserspiele und die große Florafontäne sind imposante Blickfänge.