Bogenhausen

Mehr Denkmalschutz für Bogenhausen

Die Liste der Baudenkmäler in Bogenhausen ist lang. Nun erweitert das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege das herrschaftliche Bauensemble um weitere historische Wohnblöcke.

Mit der Erweiterung des Ensembles Bogenhausen steht nun auch das östliche Alt-Bogenhausen sowie einige Straßenzüge zwischen Prinzregenten- und Einsteinstraße unter Denkmalschutz. Letztere gehören genaugenommen schon zu Haidhausen. Doch Denkmalpflege berücksichtigt in erster Linie die historischen Gegebenheiten und diese sehen hier wie folgt aus:

Karte von Bogenhausen mit eingetragenem bisherigen denkmal-geschützten Bereich und dem neuen denkmal geschützten Bereich
Bogenhausen Denkmalschutz Karte Copyright Duken & v. Wangenheim

Neben berühmten Künstlervillen wie der Villa Stuck ist die Vielfalt historischer Wohngebäude, die den hohen Repräsentationsanspruch ihrer Auftraggeber dokumentieren, bemerkenswert hoch. Bestes Beispiel hierfür ist die unter Denkmalschutz stehende neuklassizistische Villa in der Innstraße 9 aus dem Jahr 1922. Doch nicht nur solch prachtvolle Altbauten zeichnen Bogenhausen aus. „Fast alle Nebenstraßen sind gekrümmt oder leicht schräg geführt, dazu unterschiedlich lang und breit. Sie kreuzen sich nie im rechten Winkel, sondern mindestens leicht versetzt, sodass es in ganz Alt-Bogenhausen nur eine einzige längere gradlinige Straßenflucht gibt “, berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrem Artikel über die Ausweitung des Ensembleschutzes.

Dieses Stadtbild geht nicht – wie man vielleicht vermuten würde – auf alte Dorfwege zurück. Vielmehr wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts das Ideal des „malerischen Städtebaus“ formuliert. Städtebau sollte als Kunstwerk, nicht als technisches Problem verstanden werden. Dieses Ideal integrierte man 1904 in den sogenannten Münchner Staffelbauplan, der noch bis 1979 gültig war.

Demnach legte man bei der Entwicklung Bogenhausens großen Wert auf ein abwechslungsreiches Stadtbild, dessen vornehmer, architektonischer Charakter sich jedoch nicht nur auf die Villenbebauung beschränken sollte. Auch Miets- und Reihenhäuser tragen mit ihren aufwendigen Fassaden bis heute zum besonderen Charme des Münchner Stadtteils bei.

Von den beiden Weltkriegen blieb Bogenhausen glücklicherweise weitgehend verschont. In den 20er, 30er sowie in den 50er Jahren wurde daher gemäß dem Staffelbauplan von 1904 weitergebaut. Dieses Gebiet – eben jenes zwischen Prinzregenten- und Einsteinstraße – nimmt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege nun also auch noch in den Ensembleschutz Bogenhausen auf. Haidhausen oder Bogenhausen – in diesem Fall nimmt mans im Amt mal nicht so genau…

Ein Beitrag von Verena Schindler, Marketing Duken & v. Wangenheim

 

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