Bogenhausen

brotZeit für die Kleinen von Uschi Glas

Dass ein Frühstück nicht selbstverständlich ist, ist kaum zu glauben. Hier hilft der Verein brotZeit von Uschi Glas.

Auf einmal fand ich mich in einem Klassenzimmer wieder. Mein Mann und ich hatten den Kindern Frühstücksboxen vorbeigebracht, damit sie nicht hungrig im Unterricht sitzen müssen. Noch einige Monate zuvor hätte ich nie geglaubt, dass so etwas nötig sein würde. Nicht in Deutschland und schon gar nicht in München – dieser wohlhabenden Stadt. Die Schule, die wir 2008 besuchten, liegt im Münchner Norden. Später erfand die Politik dafür den Begriff „Brennpunktschule“ und davon gibt es in unserer Stadt mehr als man glauben mag.
Richtig aufmerksam geworden auf die prekäre Lage vieler Schulkinder bin ich damals durch einen Radiobericht, in dem es hieß, jedes dritte Kind in München käme ohne Frühstück und Pausenbrot in die Schule. Mein Mann und ich haben das überprüft – und es stimmt. Es handelt sich um offizielle Zahlen der Vereinten Nationen und sie gelten für ganz Deutschland.

Wir wollten helfen und riefen in vier Schulen an. Die Rektoren erzählten uns vom dem Hunger, den ihre Schüler leiden und sagten, es wäre schon großartig, wenn wir mit Zwieback helfen könnten. Das hat mich zutiefst erschüttert. Zwieback für Kinder in dieser strahlenden Stadt! Wir packten dann Kisten mit Knäckebrot, Keksen, Zwieback und Müsliriegeln und stellten sie in die 52 Klassenräume dieser Schulen.
Um es kurz zu machen: Wir merkten schnell, dass das nur ein Tropfen auf den heißen Stein war. Mit Freunden gründeten wir „brotZeit“ und machten daraus einen Verein, der inzwischen jeden Morgen 8500 Kinder an 192 Schulen in ganz Deutschland mit einem Frühstück versorgt. Allein im strahlenden München kommen fast 1400 Schüler an 32 „Brennpunktschulen“ Tag für Tag in unsere Frühstücksräume.

Ein gesundes Frühstück ist für die Schüler dieser „Brennpunktschule“ nicht selbstverständlich.

Neben all der organisatorischen Arbeit als Vorstand für brotZeit bin ich immer noch regelmäßig bei den Frühstücken dabei. Es ist eine Freude zu sehen, wie dankbar die Kinder sind und welche Wirkungen unser Engagement hat. Wissenschaftler haben unsere Arbeit evaluiert und kommen zu dem Ergebnis, dass brotZeit-Kinder schon nach einem Jahr sowohl bei den Zeugnisnoten als auch beim Sozialverhalten jene Schüler überholen, die nicht an unseren Projekten teilnehmen.

Übrigens sind nicht nur die Kinder glücklich, sondern auch die Senioren. Wie das?, werden Sie fragen. Wir hatten nämlich die Idee, aus brotZeit ein generationsübergreifendes Projekt zu machen. Das Frühstück geben Menschen aus, die im Ruhestand sind, sich aber gern noch einbringen möchten. Sie helfen auch bei den Hausaufgaben und geben Nachhilfe. Inzwischen stehen in München täglich 246 Senioren sehr früh auf, um vor Unterrichtsbeginn das Buffet vorzubereiten und für die Kinder da zu sein. Sie hören zu, was sie zu erzählen haben, vermitteln unsere Werte und bringen ihnen Tischmanieren bei. In unseren brotZeit-Schulen ist eine wunderbare Gemeinschaft aus Jung und Alt entstanden.

Mit brotZeit leisten wir, die wir aus den strahlenden Teilen Münchens kommen, einen Beitrag, dass auch die Kinder an den „Brennpunktschulen“ strahlen können. Wenn Sie meinen Verein dabei mit einer Spende unterstützen würden, freue ich mich sehr – Ihre Uschi Glas.

Spendenkonto brotZeit e.V.
Kreditinstitut: Donner & Reuschel
Konto-Inhaber: brotZeit e.V.
IBAN: DE29 2003 0300 0227 7700 03

Ein Beitrag aus der dritten Ausgabe der „Bogenhausen News“ – publiziert von Duken & v. Wangenheim